Wir sind Kinder Gottes, die ihn „Papa” nennen dürfen


Im Wasser der Taufe ist die Gnade Gottes über uns ausgegossen worden, sodass wir den Vers des Apostels Paulus im Hinblick auf dieses Sakrament wörtlich verstehen dürfen: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist." (Röm 5, 5) Wir sind Kinder Gottes geworden und in uns wohnt der Heilige Geist wie in einem Tempel, um mit uns zu rufen: „Abba, lieber Vater – Vater unser im Himmel!" (vgl. Röm 8, 15). Noch ehe wir uns sozusagen in Gott verlieben konnten, noch ehe wir den ersten Schritt auf ihn zu gegangen sind, hat er sich schon herabgebeugt und uns in seine Arme geschlossen. „Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat." (1 Joh 4, 10)

Unser Leben als Christen besteht nun darin, diesen göttlichen Samen der Liebe, der in der Taufe in unser Herz eingepflanzt worden ist, zur Entfaltung zu bringen. Tatenlosigkeit und gleichgültiges Nichtstun hieße dieses kleine Pflänzchen Wind und Wetter, der Glut des Sommers und dem Frost des Winters zu überlassen und dieses kostbare Geschenk Gottes zu missachten.

Durch das Gebet aber, den regelmäßigen Empfang der Sakramente und ein engagiertes Leben aus dem Glauben mühen wir uns wie ein guter Gärtner, der seine Pflanzen begießt und düngt, Unkraut jätet und Schädlinge bekämpft um das Wachstum von Glaube, Hoffnung und Liebe in unserem Herzen. Wenn also auch die Liebe zu Gott nicht machbar ist, so können und müssen wir uns doch immer wieder mühen mit der Gnade mitzuarbeiten und in der Treue zu reifen, bis sie reiche Frucht bringt.

Die Jakobsleiter des Gebetes

Beten ist daher nicht bloßes Geschenk, sondern eine Grundhaltung des Christen, die erlernt und vertieft, geübt und erprobt werden will. Tage der geistlichen Einkehr oder Exerzitien sind solche Schulen christlichen Betens, die einführen wollen, wie man Gott kennenlernen, ihn lieben und ihm dienen kann. Dieser geistliche Weg ist keine endlose Wendeltreppe, auf der man ständig um sich selbst kreist, um endlich dem Schwindel der Selbsterfahrung zu erliegen, sondern – die Kirchenväter benutzen dafür gerne das Bild der Jakobsleiter – ein steiler Aufstieg zu Gott, der manchmal nicht wenig Mühe kosten kann. Auf diesem Weg unterscheiden die geistlichen Lehrer der Kirche drei Stufen des Betens: das mündliche Gebet, die Meditation und das kontemplative Verweilen bei Gott.

Als die Jünger Jesus bitten: "Herr, lehre uns beten!" (Lk 11,1) beginnt Jesus seine geistlichen Exerzitien mit dem Apostelkreis und führt ihn auf eben diese erste Stufe des geistlichen Lebens, in dem er sie das wichtigste mündliche Gebet der Christenheit lehrt, das Vater unser. Wie ein kleines Kind zuerst Mama und Papa stammeln kann, so sollen wir als Kinder Gottes den Vater im Himmel „Abba", das heißt wörtlich übersetzt „lieber Papa", nennen, denn das ist das Fundament des ganzen christlichen Lebens: im kindlichen Vertrauen Gott dem Vater im Himmel entgegenlaufen und ihm, der mit ausgestreckten Armen auf uns wartet, sozusagen schon von weitem zuzurufen: Vater, lieber Vater, im Himmel! Die erste Kirchenordnung, die auf die Autorität der Apostel gründende Didaché, empfiehlt daher allen Christen wenigstens dreimal täglich das Vater unser zu beten, jenes Gebet, von dem der hl. Augustinus sagt, daß es alle Bitten enthält, die ein Mensch vor Gott aussprechen kann.

Die zweite Stufe des christlichen Betens ist die Meditation, das stillen Nachdenken über die großen Wahrheiten des Glaubens und das aufmerksame Hören auf Gottes Wort. Wenn wir auch nie aufhören dürfen, mündlich zu beten, das heißt mit vorformulierten oder persönlichen Worten vor Gott zu treten, so genügt das allein doch nicht: Wir müssen versuchen, tiefer zu verstehen, was der Herr uns sagen will, und wie wir ihm antworten können.

Diese zweite Stufe ist unerläßlich für alle, die im Glauben wirklich Fortschritte machen wollen, und auch hier ist es wieder die Liebe, die dazu drängt Jesus, den geliebten Freund, im betrachtenden Gebet besser kennenzulernen. Die tägliche Lektüre der Evangelien verbunden mit der Bitte: "Herr, laß mich Dich erkennen!" ist ein großer Schritt hinauf auf diese zweite Stufe des Betens.

aus CNA, Bild: wikipedia gemeinfrei, Die Engelsleiter, Michael Lukas Leopold Willmann, um 1691


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