• Monika Berger

Beziehung zu Gott


Eine Beziehung mit Menschen zu führen ist schwierig, eine Beziehung mit Gott erscheint manchen Menschen unmöglich, weil sie ihn nicht sehen, anderen wieder einfach, weil er die Liebe ist, das Gute, das Schöne, die Wahrheit. Somit kann man sich auch auf ihn verlassen, was immer man mit ihm redet und ihm erzählt. Auch seine Antworten sind oft leicht nachvollziehbar: Er schenkt ein Wort aus der Hl. Schrift, das gerade passt, eine Erhörung der Gebete, einen Menschen, der einem das sagt, was man gerade braucht.

Alles gut so. Manchmal jedoch fühlt man dennoch Leere in sich, eine Leere, die sicherlich erst in der Ewigkeit von der Unendlichkeit Gottes gefüllt werden kann. Und manchmal möchte man einen Gesprächspartner, doch nicht einmal das Gespräch mit Gott kann einen erfüllen.

Dann ist es an der Zeit, die Stufen des Schweigens zu erklimmen.

Das Schweigen ist in diesem Sinne ein Loslassen, ein Sich-ganz-Hinschenken.

  1. Zuerst übe das Schweigen des Mundes. Du sagst das nicht, was Dir gerade auf den Lippen liegt, Du lässt Frieden in Deine Lippen einkehren und die Gelassenheit, dass alles gut ist, auch ohne Deine Worte.

  2. Dann übe das Schweigen der Gedanken. Warum sich so wichtig nehmen und über alles nachdenken, alles analysieren wollen? Der Mensch denkt, Gott lenkt ...

  3. Das Schweigen der Augen: Neugierige Blicke? Wozu? Bleibe bei der Schönheit, die Dir die Schöpfung bietet. Verharre in der Ruhe Deiner innersten Umgebung. Schließe die Augen. Jesus am Kreuz.

  4. Das Schweigen der Ohren: Was ist wichtiger als das Wort Gottes? Warum sollst Du dieses oder jenes unbedingt hören müssen, wenn es dann doch Deine Gedanken und Dein Herz verwirrt oder auch nur von der Wahrheit abbringt. Aber sei nicht eigensinnig nur auf Deine Meinung bedacht, auch diese soll schweigen. Hör auch nicht auf die Stimme Deines Egoismus und Deiner Rechthaberei! Hör auf die Stimme der Demut, der Liebe, sie ist zart und leise.

  5. Das Schweigen der Sinne. Du brauchst jetzt unbedingt ...? Was braucht der Mensch unbedingt? Das ist nur Dein Körper, der Dir einredet, was er gerne hätte. Aber Fasten schadet ihm auch nicht. Ein Verzicht macht Deinen Körper UND Deinen Geist stärker, wenn – WENN – Du den Verzicht im Schweigen vollbringst. Das Schweigen Deiner Sinne, der Geschmackssinne, des Geruchssinnes, der psychischen Freude, der psychischen Traurigkeit, der physischen Müdigkeit und Kraftlosigkeit, des körperlichen Hungers, bewirkt eine innere Freiheit. Dein Geist steht über Deinem Körper. Dein Geist ist Deine Person, und die wird umso kraftvoller, umso mehr sie sich ihrem Schöpfer ohne Worte ganz überlässt. Da braucht kein Bedenken mehr aufkommen, nur die Ruhe und der Friede wird einkehren.

  6. Das Schweigen des Herzens. Da bist Du. Ganz in Gott. Aber Du hast kein Verlangen mehr, mit ihm zu plaudern, ihm alles zu erzählen, denn Du weißt, ER IST DA. Das genügt. "Solo Dios basta", hat die hl. Theresia gesagt und das gemeint. Dein Herz ist voll von Gott und frei von Worten. Es braucht keine Erklärung mehr, kein Warum, Wofür, Wann, Wer usw. Das passiert in der Einsamkeit, die voll von Güte ist, in der Wüste, die von Schönheit, in der psychischen Leere, die voll der geistigen Liebe ist. Ein Gegensatz? Eine Wahrheit! Gott ist da. Immer.


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