• Monika Berger

Das Bauchbaby (3), Die Sinne


„Kaum zwei Monate nach der Empfängnis reagiert das Baby dann, wenn ein feines Haar über seine Wangen streicht, indem es den Kopf abwendet, seinen Oberkörper und die Hüften beugt und die Arme weit genug reckt, um das Haar wegzustoßen.“ (Chamberlain, 2010, S.35)

Der Tastsinn

Zuerst reagiert das Bauchbaby – circa im Alter von 6 Wochen – in der Mundgegend, dann in der Augenregion, an den Schultern, Armen und Beinen auf Berührungen. Berührt man das ungeborene Kind an der Haut, so dreht es sich der berührten Seite zu. Damit reagiert das Kind als Embryo ähnlich einem Neugeborenen, welches sich der Mutterbrust bei Berührung seiner Wange zuwendet. Im Alter von ungefähr acht Wochen wird das Bauchbaby seine Augen schließen, wenn man ihm über diese streicht. Auch die Fäuste schließen sich bei jenem Körperkontakt. Dieser Greifreflex tritt bei Bauchbabys frühestens im Alter von 11 Wochen auf. (vgl. Hertl, 1994, S. 63-64)

Der Geschmacks- und Geruchssinn

Über das Fruchtwasser lernt das Bauchbaby die Geschmacksrichtungen auseinanderzuhalten, indem es immer wieder ein bisschen davon schluckt. (vgl. Ellensohn, 2004, S. 71) Ungeborene besitzen ab der 13. Schwangerschaftswoche voll entwickelte Geschmacksknospen auf der Zunge und circa zwei Wochen später können diese angewendet werden. (vgl. Chamberlain, 2010, S.53) Es kann demnach also die Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter unterscheiden. Außerdem sind einige Wissenschaftler durch aussagekräftige Anzeichen davon überzeugt, dass Neugeborene sich am Milchgeruch, der von der Mutter ausgeht, orientieren, um zu der Brust der Mutter zu gelangen. Dies ist ein weiterer Hinweis auf ein bereits weit entwickeltes Geruchs- und Geschmacksvermögen. (vgl. Hertl, 1994, S.86-89) Das Neugeborene erkennt die Nahrungsquelle Mutterbrust nicht nur am Milchgeruch, sondern auch an bestimmten Duftstoffen, den Pheromonen, die ebenso im Fruchtwasser enthalten sind. Dieser Geruch verspricht Vertrautheit, Sicherheit und Geborgenheit sowie Nahrung bei der Mutter.

Im Experiment versetzte man beispielsweise das Fruchtwasser von Kaninchen vor der Geburt mit Zitronengeschmack. Nach der Geburt suchten die kleinen Kaninchen überall dort nach den Zitzen der Mutter, wo es nach Zitronen roch. Bei anderen Experimenten wurden dem menschlichen Fruchtwasser verschiedene Geschmacksstoffe beigefügt. Je süßer das Fruchtwasser war, desto mehr trank das Bauchbaby davon. Genau gegenteilig reagierte es auf geringe Mengen von Alkohol und Nikotin im Fruchtwasser. (vgl. Hüther/ Krens, 2013, S.83-84)

Der Gehörsinn

Als einziges Organ ist das Ohr schon vor der Geburt bis ins letzte Detail ausgebildet, und das schon im vierten Monat. Nur sechs Wochen später ist das ungeborene Ohr dazu fähig, zu hören, wie es ein Erwachsener tut. (vgl. Ellensohn, 2004, S.72) Im Uterus ist es nicht ruhig, wie man annehmen könnte, vielmehr wurden darin schon bis zu 100 Dezibel gemessen. Vergleichbar ist diese Lautstärke mit der eines vorbeifahrenden Lastwagens. Meistens wuchs die Lautstärke bei normalen Geräuschen aber nur auf 55 Dezibel, welche mit der Lautstärke eines normalen Gesprächs gleichgesetzt werden kann. Da das ungeborene Kind dadurch bestens auf derart laute Geräusche schon vor der Geburt vorbereitet wird, ist es nur natürlich, dass das Neugeborene sehr robust auf den Lärm der Umwelt reagiert und dort auch ungestört schlafen kann. Es konnte auch beobachtet werden, dass die Neugeborenen, die als Bauchbabys in den ersten fünf Schwangerschaftsmonaten neben einem Flughafen gewohnt hatten, nach der Geburt viel weniger auf den Lärm der Flugzeuge reagierten als Babys, die in den letzten vier Schwangerschaftsmonaten neben einem Flughafen gelebt hatten. Um genau zu sein, ließen sich nur 13 Prozent der erstgenannten Gruppe von jenem Lärm aus dem Schlaf reißen. In der zweiten Gruppe waren es beträchtliche 85 Prozent. (vgl. Hertl, 1994, S.81)

Der Sehsinn

Im Mutterleib ist das Kleine noch nicht dazu in der Lage, Farben zu sehen, allerdings kann man eine Reaktion der Pupillen ab der 20. Schwangerschaftswoche bei Lichteinfall in den Uterus feststellen, was auf ein bereits ausgebildetes Helligkeitssehen hindeutet. Je älter das Kind wird, desto besser ist seine Reaktion erkennbar.Wenn man beispielsweise auf das Bauchbaby eine sehr starke Lichtquelle richtet, wendet esden Kopf ab.(vgl. Ellensohn, 2004, S.72)

#DiefünfSinnedesUngeborenen

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