• Monika Berger

Warum hältst Du noch zum Papa?


Meine Liebe,

Du siehst, wie viele Jahre ich schon so dahinleide. Nicht, dass etwas Grausames passiert wäre, nicht, dass er mich geschlagen oder betrogen hätte. Aber die vielen Kleinigkeiten!

Nichts erscheint Dir unerträglicher als ein Ehemann, der zwar da ist, aber doch nicht wirklich am Familienleben teilnimmt, der das Innerste der Familienmitglieder eigentlich gar nicht kennt. Und der mich nicht ernst nimmt.

Ich denke zurück an den Anfang. An unseren gemeinsamen Blick in die Zukunft, an die Hochzeit, die erste Schwangerschaft und wie sich die Familie allmählich vergrößert hat. Papas Fehler sind eigentlich sichtbar gewesen, ich habe sie angenommen. Damals.

Und heute? Die Ehepaare in unserem Alter lassen sich nun scheiden. Es geht ihnen nicht anders als uns. Die Frauen fühlen sich vernachlässigt, die Männer finden Neues interessanter. Und die Kinder? Die müssen sich einfinden.

Meine Liebe, warum ich durchhalte? Wegen der Hoffnung. Ja, das ist es. Das war es immer.

Ich weiß, wie viele Fehler hinter Papa und mir liegen und wie viele Fehler uns noch leiden lassen werden. Leiden an einander. Denn auch meine Fehler geben Papa eine ziemliche Lektion auf. Aber alles, ja alles kann bewältigt werden, wenn ich die Hoffnung in mir pflege. Ich hoffe, dass es besser wird, wenigstens im Kleinen. Ich sage mir: „Es wird schon gehen, morgen ist es besser. Ich hoffe auf das Innerste im Papa. In seinem Innersten wohnt die Liebe und ein Verständnis für mich, das alle Grenzen übersteigt. Und in meinem Innersten streckt sich die Hoffnung danach aus: In Freude bereitet sie alles in mir vor,sodass es weitergehen kann. Und dann?

Meine Liebe, hast Du gesehen, dass wir uns doch lieb haben, der Papa und ich? Diese eheliche Liebe muss sich eben auch verändern. Und ich werde es schaffen, in kleinen Gesten, in lieben Worten, meine Hoffnung zu einer Wirklichkeit zu machen. Das erst ist wirkliche Liebe.

Gestern erst habe ich auf dem Blog meiner Freundin aus den USA – finerfem – einen Beitrag gehört, der mir gezeigt hat, dass so viel, ja das Allermeiste in den Händen der Ehefrau liegt, ihren Mann zu formen. Nicht zu verändern! Oh nein! Nur eine gewisse Formung, das ist zu schaffen, und das macht das Wunderbare der Frau aus!

Meine Liebe, zu heiraten heißt der Hoffnung großen Raum zu geben. Immer und immer wieder. Dann wird dieser Raum zu einer Art „Gewächshaus”, der eine andere Atmosphäre schafft, eine Atmosphäre der Freude und des Friedens, wo trotz allem das Leben in Fülle wachsen kann, wo Krankes gesund wird, Unruhiges Frieden findet und Trauriges getröstet wird.

Hoffnung. Ja, damit gehe ich wieder weiter. Auch nach 25 Jahren Ehe. Dann werde ich meinen Blick abwenden vom Leid und hinwenden auf das Gute in uns und darauf, wie es zwischen den Steinen hervorsprießen wird ...!

Deine Mama

#DieHoffnungrettetDich #EhezerbrochenHoffnungrettet #Scheidung #gibtesnochHoffnungfürunsereEhe

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© 2017 Echt.Frau Inhaberin: Monika Berger, 4030 Linz, Österreich

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