• Monika Berger

Zärtlichkeit!


Der Mensch von heute sehnt sich nach nichts so sehr wie nach Zärtlichkeit. Das Leben ist so sehr materialistischen und wirtschaftlichen Interessen und dem Konkurrenzkampf unterworfen, dass der Mensch dabei zu Tode verwundet worden ist. Die zwischenmenschlichen Beziehungen wurden rationalisiert und objektiviert, und es scheint, als könnte alles erklärt. wissenschaftlich ausgedrückt und entgöttlicht werden.

So ist auch die echte Zärtlichkeit von vordergründiger Sexualität und Erotik abgelöst worden. Fast glauben wir schon, dass es möglich ist, einen guten Menschen heranzuziehen, wenn man dem Kind nur eine gesunde Ernährung sowie gut organisierte Krippen und Kindergärten bietet. Als ob auf wissenschaftlichem Wege alles möglich wäre, und der Mensch wie eine Maschine arbeiten würde, die man bloß schmieren und gut bedienen muss, damit sie funktioniert.

Aber eben das hat dem Menschen seine Seele genommen.

Die hl. Schrift sagt, dass Gott selbst Zärtlichkeit ist. Denn die Zärtlichkeit ist eigentlich das Leben selbst.

Zärtlichkeit ist die tiefste Tiefe der menschlichen Person. Die Zärtlichkeit ist wie ein Raum, in dem der Mensch erst leben kann.

Oder: Zärtlichkeit ist die Bedingung, dass ein Mensch wirklich zum Menschen werden kann.

Ein kleines Vögelchen in der Hand ist so zart, es hat etwas so Zerbrechliches, Verletzliches, etwas, das ans Herz rührt. Ebenso eine gebrechliche alte Frau, die die Straße überquert, ein hilfloses Kind in den Armen der Mutter, oder eine Knospe, wie sie nach und nach aus dem Zweig hervorkommt. Verletzlich und zart ist, wer Zärtlichkeit und Hilfe braucht.

Zärtlich und behutsam ist jemand, der einem Bedürftigen wirkliche Hilfe leisten kann. Im Leid ist der Mensch am wehrlosesten und bedürftigsten.

Es ist so, als ob das Leid im Mensch all das Materielle, Vergängliche und Wertlose zerstören, und den Weg zum Ewigen, Lebensbejahenden, Heiligen eröffnen würde.

Die Begegnung mit Leid und Hilflosigkeit macht den Menschen zärtlich. Denken wir an eine Mutter, die sich über ihr kleines Kind beugt, eine Krankenschwester, die sich um einen Kranken bemüht, einen Jungen, der eine alte Frau an der Hand über die Straße führt.

Denken wir an eine Mutter, die voll Mitleid dem weinenden Kind über den Kopf streicht, oder an jemand, der einen Trauernden tröstet.

aus: Wiederkehr der Hoffnung (Tomislav Ivancic, Zagreb 1985, Grafocomerce, Salzburg)

#Zärtlichkeit #Kindererziehung #zueinemgutenMenschenwerden #SehnsuchtdesMenschen

18 Ansichten

Ja, ich möchte diesen Blog abonnieren!

© 2017 Echt.Frau Inhaberin: Monika Berger, 4030 Linz, Österreich

echt-frau@hotmail.com

  • Black Facebook Icon
  • Black YouTube Icon
  • Black Instagram Icon
  • Black Pinterest Icon
This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now