• Monika Berger

Ich kann nicht mehr.


Das Wichtigste an dieser Überschrift ist der Punkt.

Er bedeutet, dass es wahr ist, dass es endgültig ist, dass ich wirklich nicht mehr weiter weiß. Natürlich geht es weiter, denn die Zeit steht ja nicht still, aber am liebsten wäre es mir, das würde ohne mich geschehen.

Ich bin in der Klemme. Es drückt mir den Hals ab, eine Kralle sitzt mir im Nacken, ein Kloß im Magen und das Denken geht langsam und scheint sinnlos. Alles ist eintönig und kalt um mich und in mir.

Ich bin verzweifelt.

Wo ist Hilfe?

Wer könnte mich wirklich verstehen?

Wann hört das alles auf?

Ich gehe in einen Garten. Dort setze ich mich ins Gras. Rund um mich Ölbäume, es duftet nach trockenen Kräutern. Zikaden lassen ihre Laute ertönen, Heuschrecken rascheln und Grillen zirpen.

In einiger Entfernung sehe ich einen Mann. Er kniet am Boden und ringt die Hände. Er streicht sich über die Stirn, stützt sich am Boden auf, fast fällt er nieder. Dann beugt er sich nach vorne und umschlingt mit beiden Armen seinen eigenen Körper.

Ich höre ihn murmeln, dann sprechen, schreien, vor lauter Angst.

Plötzlich höre ich ihn meinen Namen ausrufen. Aber er ruft mich nicht, sondern er spricht über mich. Ich merke, wie er meine Lebensgeschichte durchlebt, wie er meine Herzensqualen erspürt, wie er mein Innerstes kennt.

Gleichzeitig ist es seine eigene Geschichte. Er nimmt meine als seine, er nimmt die Geschichte jedes Menschen dieser Welt in sein Leben auf.

Der Mann ist unendlich belastet. Und er möchte die Last abschütteln. Doch er tut es nicht. Lieber nimmt er die Kraft, die ihm angeboten wird, um alles, alles, alles, zu tragen. Seine Angst ist groß, so groß, dass er Blut statt Schweiß ausschwitzt. Er steht auf. Er nimmt sein Schicksal an und trägt es: Mein Schicksal, das Schicksal jedes Menschen. Er trägt es, damit ich es leichter habe. Damit ich erlöst bin. Er will meine Erlösung. Und die aller Menschen. Er ist die Liebe.

Was ist das alles? Wo bin ich? Wer bin ich? Wer ist er?

Es gibt also jemand, der mich kennt und meine Verzweiflung, meine Not und meinen tiefen Schmerz. Und dieser Jemand hat es auf sich genommen, meinen Schmerz selbst zu erleben. Ich kann also nicht behaupten, dass mich keiner versteht.

Es gibt jemanden, der wartet, ob auch ich aufstehe und die Kraft, die mir angeboten wird, in mir aufnehme. Er wartet, ob ich mich zum Guten hinkehre und mich entscheide für den nächsten Schritt, für den nächsten Augenblick.

Ich atme tief ein und aus. Viele Male. Ganz langsam.

Ich weiß, die Luft, die in mich einströmt, ist gut. Sie ist für mich gemacht, für mein Leben. Der Boden, auf dem ich sitze, ist sicher, ich bin getragen.

Vor mir geht einer her, der weiß, wie es weitergeht, wenn es auch schwierig wird, er geht den ersten Schritt.

Hinter mir ist er, er schützt mich und beschützt mich, es gibt keinen Hinterhalt, denn hinter mir ist eine große, gute, liebende Kraft.

Rechts und links von mir habe ich seinen Schutz, Licht und Freude begleiten mich.

Ich bleibe in dieser Ruhe. Der Friede darf wieder in mir wohnen. Mit jedem Atemzug will ich den Frieden in mir aufnehmen.

Das Leben geht weiter. Ich sage ja zu ihm, ich werde ihm, meinem Leben einen Sinn geben: Einen Sinn für jeden Augenblick: meine Liebe.

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© 2017 Echt.Frau Inhaberin: Monika Berger, 4030 Linz, Österreich

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