• Monika Berger

Das christliche Gebet (6) – Gebet ist Gnade –


Die Liebe ist der Schlüssel zum christlichen Gebet, der uns seine Bedeutung und Tiefe vollends erschließen

kann. Allein die Liebe, die sich selbst vergessende Hingabe des Freundes an den Freund, kann auch in schweren und trockenen Zeiten das Gebet weiterführen.

Wenn kein Trost mehr zu spüren ist, wenn Langeweile, Zerstreuungen, Trauer oder Wut das Beten unmöglich erscheinen lassen, so lässt die Liebe den Beter dennoch bei Gott verweilen, so wie sie auch die Eltern am Krankenbett des Kindes wachen lässt oder die junge Frau in den harten Zeiten des Krieges, die Tag für Tag, vielleicht sogar Jahr für Jahr, auf die Rückkehr ihres Verlobten wartet.

Ja gerade in diesen dunklen und schweren Zeiten beweist sich die Liebe, zeigt sich der große Wert des Gebetes, der ja nicht zuerst darin liegt, eigene Wünsche erfüllt zu sehen, sondern dem Geliebten Freude zu bereiten und ihm die Treue zu halten.

Verliebt sein kann man nicht machen – es ist Geschenk!

Glaubensvolles Beten kann ich nicht aus eigener Kraft schaffen – es ist Gnade!

Immer wieder gilt es daher auch, darum zu beten, beten zu können. Wer liebt, der betet; und wer betet – sei es nun in guten und freudenreichen oder in schweren und dunklen Zeiten – der liebt und wächst in der Liebe.

Wie gesagt: Liebe kann man nicht "machen", aber doch wird der, der nur allein in seiner Wohnung bleibt und niemals das Haus verlässt, sicherlich keine Frau finden, in die er sich verlieben könnte. Mensch und Gott, Gnade und Wille arbeiten beim Beten zusammen.

An diesem Punkt rühren wir tatsächlich an einem zentralen Geheimnis des Christentums, an seinem innersten Kern, der die Gnade ist. So wenig wir aus eigenen menschlichen Kräften glauben, hoffen und lieben können, so wenig können wir ohne Gottes Hilfe und den Beistand des Heiligen Geistes beten. „Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können" (Röm 8, 26).

Allerdings wäre es nun die völlig falsche Konsequenz, die Hände in den Schoß zu legen und abzuwarten, bis die Gnade Gottes mich bewegt zu beten, zu glauben und zu lieben, wie es etwa die protestantischen Quäker tun, die sich zu ihren Gottesdiensten in völligem Schweigen versammeln, keine Gebete sprechen oder Lieder singen, sondern nur auf das Kommen des Geistes warten. Gott schenkt das Beginnen und Vollenden, sodass jeder, wie der Selige Karl Leisner, eines Tages ehrlich beten kann:

„Christus, Du bist meine Leidenschaft!".

aus: CNA

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