• Monika Berger

Der kleine Punkt am Bild


Stell Dir vor, man hätte ein Porträt von Dir gemalt. Ein Bild von großer Kunstfertigkeit, das Dich von allen guten Seiten zeigt und doch originalgetreu ist. Nur eines: Ein Punkt ist in Dein Gesicht gekommen, den gibt es dort nicht. Er ist falsch. Schlicht und ergriffen falsch. Dort hast Du keinen Punkt. Vielleicht war da ja einer, als der Maler Dich zeichnete, oder eine Fliege hat dort kurz Platz genommen oder vom Himmel kam was hernieder. Jedenfalls stört der Punkt. Mehr als das ganze restliche Bild schön ist, stört Dich DER PUNKT.

Was tun?

„Sie bewahrte alles in ihrem Herzen und dachte darüber nach.”

Stell Dir vor, Du gehst mit Deiner Familie spazieren und weil Ihr alle beisammen seid und die Gegend gerade so wunderschön ist, soll ein Familienfoto gemacht werden. Alles klar, stellt euch schön zusammen – komm, Steffi, du gehst nach vor – Papa, stell Dich lieber nach rechts, sonst seid Ihr beide dunkel – Sebastian, schau ein wenig freundlicher, ja, so passt es.

Du stellst den Selbstauslöser und während Du noch „auf´s Bild läufst”, siehst Du, wie Thomas der Steffi gerade Eselsohren macht.

Foto geplatzt. Laune geplatzt. Familienstimmung geplatzt. Der Spaziergang ist ein Kreuzweg geworden.

Was tun?

„Sie bewahrte alles in ihrem Herzen und dachte darüber nach.”

Und eine letzte Szene. Du bittest Deinen Mann, Ordnung zu halten, weil Besuch kommt. Du fährst schnell einkaufen. Als Du heim kommst, hast Du in der ganzen Wohnung Spuren der Erdklumpen von diversen Schuhen.

Was tun?

„Sie bewahrte alles in ihrem Herzen und dachte darüber nach.”

Es gibt viel Ärgerliches auf der Welt. Manches ist nicht nur ärgerlich, sondern katastrophal und manches wiederum ein echter Schicksalsschlag. Du kannst ihm nicht ausweichen, es ist zu spät, die Welt geht unter.

Verstehe mich recht: Ich weiß, wie es ist, wenn die Welt untergeht. Und ich will Schicksalsschläge nicht heruntermachen und zu einer Lappalie herunterspielen.

Deshalb auch der immer wiederkehrende Satz: Was tun? „Sie bewahrte alles in ihrem Herzen und dachte darüber nach.”

Er bezeichnet die Haltung Marias, die ihren Sohn auf der Durchreise gebären und als Flüchtling in Ägypten leben musste, ihren Sohn auf einer Reise verlor und drei Tage suchte usw., bis zu seinem Tod am Kreuz.

Was hat sie getan???

„Sie bewahrte alles in ihrem Herzen und dachte darüber nach.”

Nun kann es vorkommen, dass wir diesen Punkt am Bild sehen und sonst nichts mehr. Und wir meinen, alle hätten sich gegen uns verschworen und besonders der eigene Mann sei der offensichtlich falsche und niemand, niemand verstehe uns, wir könnten niemandem von unseren Problemen erzählen.

Alles nur zum Teil richtig. Denn nur eines ist wichtig: Dass Du die rechte Haltung bewahrst. Schau mal vom Punkt weg und sieh das wunderschöne Porträt von Dir, mach ein anderes Mal ein Familienfoto und lass Dir nicht den Nachmittag versauen, schade um den schönen Familienfrieden! Erzähl nicht alle Deine Sorgen der nächstbesten Person, sondern bewahre sie in Deinem Herzen, das heißt, dort, wo es Liebe gibt!

Und denke in Liebe darüber nach!

Fang an, Dich selbst auch wieder anzunehmen und zu lieben!

Steh zu den Fehlern und lass sie nicht über Dir stehen!

„Sie dachte darüber nach.”

Nichts weiter. Alles kann uns zum Guten führen, auch das schlimmste Missgeschick.


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© 2017 Echt.Frau Inhaberin: Monika Berger, 4030 Linz, Österreich

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